Manche von euch kennen mich, einige “vom Sehen” und ganz viele noch gar nicht. Und auch ich habe einen großen Teil meiner 365.000 Nachbarinnen und Nachbarn hier in Wuppertal noch nicht kennengelernt. Damit sich das ändert, fange ich an, mich bei euch vorzustellen, von mir und ganz besonders von meinen Ideen für unsere Stadt zu erzählen. Ich bewerbe mich ja immerhin um nicht weniger als das Amt des Oberbürgermeisters. Eures Oberbürgermeisters.

Kindheit und Jugend

Geboren bin ich am 17. Mai 1979 im Klinikum Barmen. Mit meinen Eltern wohnten wir damals in der schönen weißen Villa an der Viehhofstraße. Man kann diese von der Bahn aus sehen, aber auch vom Obi-Parkplatz. Wir wohnten zur Miete, denn ein reiches Elternhaus habe ich nicht. Oben wohnten meine Tante und mein Onkel mit ihren zwei Kindern, unten wir. In der unteren Südstadt sind wir dann mehrmals umgezogen, denn auf mich folgten drei fantastische Geschwister.

Nach der Roncalli-Schule in der Reichsgrafenstraße besuchte ich das St.-Anna Gymnasium. Allerdings war dort nach der 12. Klasse Schluss für mich, denn ich hatte andere Themen im Kopf: Musik, Computer, Skateboardfahren und solche Dinge. Das Abitur holte ich dann etwas später am Bergischen Kolleg nach. Das Kapitel „Universität“ war für mich nach einem Semester Chemie und Informatik schnell vorbei, denn das neu eingeführte System des „Bachelors“ enthielt noch zu viele Ungereimtheiten.

Was mich seit den 90’ern bis heute begleitet, ist das ständige Einarbeiten in neue Technologien. Mit dem Commodore C64 schrieb ich meine ersten Zeilen Programmiercode. IT-Menschen sind aufgrund der schnellen Entwicklung immer gezwungen, sich weiterzubilden.

Berufliches

Viel zu tun gab es trotzdem. Zum Beispiel ziemlich viele spannende IT-Projekte, die ich in den Jahren zwischen 1999 und 2017 verfolgte. Als Autodidakt programmierte ich, richtete ein, wartete, beriet. Zu meinen Kunden zählten Versicherungskonzerne, Universitäten, die Stadt Wuppertal, die Stadt Düsseldorf, das Land NRW aber natürlich auch viele kleine Unternehmen. Unter anderem wurde damals die Breitbandförderung des Bundes ins Leben gerufen. Passend dazu hat das Land NRW Stellen geschaffen, um diese Förderung zu erhalten. Da ich bereits im Thema war, habe ich mich auf diese Stelle in Wuppertal beworben und war damit erfolgreich. So konnte ich die Verwaltung und ihre Organe erstmalig von innen kennenlernen. Ich besorge Fördermittel, erstellte Stadtpläne, bereitete Daten auf, dokumentierte und schob Projekte an.

Die Förderung dieser Stelle war nach drei Jahren vorbei und ich habe mich nach einem Plan B umgesehen. Das Thema „Glasfaserausbau“ wurde zu dieser Zeit in Wuppertal leider eher nebensächlich behandelt. Daher heuerte ich 2020 bei der Stadt Bochum an, wo ich zunächst im Referat des Oberbürgermeisters landete. Nach einem Einsatz in der Stabsstelle Digitalisierung (Smart City) wechselte ich ins Baudezernat, denn inzwischen ging es um knapp 250 Millionen Euro, die in Form von Glasfaser unter die Erde mussten. Dort bin ich bis heute tätig, wo ich gemeinsam mit meinem Kollegen Mostafa den Ausbau der digitalen Infrastruktur verantworte. Förderprojekte, Bauabläufe von der Idee bis zur Abnahme und Abrechnung, Genehmigungsplanung, ämterübergreifende Abstimmungen, Knoten lösen, Prozesse auf den Prüfstand und ggf. neu aufstellen liegen in meinem Verantwortungsbereich und sind mein Tagesgeschäft.

Sportliches

In meinen frühen Zwanzigern habe ich in Spanien das Laufen für mich entdeckt. Dort habe ich drei Monate lang Kinder und Jugendliche betreut und irgendwann einen Lauftreff angeboten. Das hat so gut funktioniert, dass ich bis heute drangeblieben bin. Auf Strecken zwischen 5 und 100 Kilometern bin ich in Wettbewerben gestartet, gerne in den Bergen und in schönen Landschaften. Meine Lieblingsstrecke ist der Halbmarathon. Später habe ich damit begonnen, meine Laufleidenschaft mit der Liebe zu meiner Heimatstadt zu verbinden. Aber dazu später mehr.

Organisatorisches

Es gibt in unserer schönen Stadt viel zu entdecken. Und oft entdeckt man auch Dinge, die fehlen. Wenn mir etwas fehlt oder ich etwas gut finde, dann gehe ich davon aus, dass es anderen Menschen ähnlich gehen könnte. Dann überlege ich, wie ich das, was fehlt, selbst auf die Beine stellen kann. Und zwar so, dass möglichst viele Menschen etwas davon haben. Und auch nicht halbgar, sondern gut und nützlich.

Hier möchte ich einige Projekte nennen, die ich über die Jahre in Wuppertal auf die Beine gestellt habe (bitte draufklicken zum Aufklappen).

Migrantisch – wenn man sich versteht, versteht man sich

Beim Projekt Migrantisch geht es darum, das eigene Unwohlsein gegenüber fremden Sprachen abzubauen, in dem man sich gegenseitig ein paar Wörter der eigenen Muttersprache beibringt. Im Café, im Park, in der Bäckerei. Plötzlich hat man einen kleinen Bezugspunkt und diese fremde Sprache ist gar nicht mehr so fremd. Denn eins ist klar: Wenn man sich versteht, versteht man sich. Die Sache mit der Verständigung hat so gut funktioniert, dass ich dafür einen Förderpreis der Montag-Stiftung gewonnen habe. Kommunikation fördern? Einfach machen.

WLAN im Luisenviertel

Networking hat bei mir seit jeher eine doppelte Bedeutung. Ich hatte immer schon vor, ein großes Netzwerk unter Nachbarinnen und Nachbarn aufzubauen. Ein Netzwerk, indem man Daten tauschen, miteinander kommunizieren und Geräte gemeinsam nutzen kann. Und dann kam Freifunk. Das komplizierte Verlegen von Kabeln war hinfällig und es konnte losgehen. Ein bisschen Klinkenputzen hier, ein Crowdfunding da und nach kurzer Zeit waren in den Schaufenstern und auf den Fensterbänken im Viertel insgesamt 13 Freifunk-Router aufgestellt. Zwei Internet-Anschlüsse wurden verkabelt und das WLAN reichte von der Sophienkirche bis zum Laurentiusplatz. Kostenloses WLAN für alle im Viertel? Einfach machen.

Viertel Online – Luisenviertel Internetseite und Social Media Kanäle

Im Jahr 2008 stand der Aufbau einer Internetseite für das Luisenviertel auf meiner To-Do-Liste. Andere Stadtteile gaben große Summen an Fördermitteln aus, ich telefonierte einfach herum und fragte die Nachbarinnen und Nachbarn, was es Neues gibt und baute die Website mit Karte, Terminen sowie einem Ortsverzeichnis. Wenn es eine Baustelle oder ein Fest gab, wurde es angekündigt und darüber berichtet. Mit dem Aufkommen von Social Media wurden weitere Kanäle eingerichtet, so dass das Luisenviertel verstärkt wahrgenommen wurde. Das Viertel ins Netz holen? Einfach machen.

Brunch auf den Laurentiusplatz

Es gibt viele öffentliche Plätze, auf dem Nachbarinnen und Nachbarn sich treffen können. Also warum nicht mal zusammen dort frühstücken? Gedacht, getan. Alle bringen mit, so viel sie essen können, dazu Kaffee und Campingmöbel. Dann wird Kaffee gegen Tee getauscht, die Kirschmarmelade geht rum und ganz bestimmt hat jemand Salz für mein Ei. Die Kirche hat die Sache bei der Stadt angemeldet und über Social Media wurde das Nachbarschafts-Festessen angekündigt und verbreitet.

Wildfremde Menschen an einen Tisch bringen? Einfach machen. Wer das auch mal probieren möchte, wird hier fündig: Zum Nachmachen: Luisenbrunch

42km reichen nicht – WHEW100 Ultramarathon

Man nehme eine 100km lange Strecke über alte Bahntrassen, 15-20 Vereine, Gruppen und Lauftreffs mit über 200 engagierten Menschen, 7 Städte und einen schönen Samstag im Frühjahr. Und dann lässt man hunderte Menschen auf dieser 100 Kilometer langen Strecke starten, bewirbt die Veranstaltung und kümmert sich gut um seine Gäste. Daraus ist der WHEW100 entstanden – eine der beliebtesten Ultramarathon-Veranstaltungen Deutschlands mit fast 1.000 Teilnehmer*innen. Wuppertal als Mekka der Langstreckenläufer auf die Karte bringen? Einfach machen.

Über Stock und Stein – Zuckerspiel

In Wuppertal läuft ja so einiges, aber lange Zeit gab es in der ersten Jahreshälfte einfach keine Laufveranstaltung. Und was macht man da als engagierter Wuppertaler? Man lädt Freunde und Bekannte auf seine Lieblingsstrecken in den Staatsforst Burgholz ein, klebt sich selbstgemalte Startnummern auf die Trikots und bastelt Pokale aus Würfelzucker und Zuckerguss. Denn Laufen im Burgholz ist weder Zuckerschlecken noch Kinderspiel. Gemeinsam mit dem SV Bayer wurde aus „Dürfen wir bei Euch duschen?“ das Zuckerspiel. Eine erfolgreiche Zusammenarbeit, die bei vielen Sportler*innen der Region zum beliebten, familiären Jahresauftakt wurde. Menschen und Dinge zum Laufen bringen? Einfach machen.

Planung ist alles – Bergischer Laufkalender

Ein Kalender, in dem alle relevanten Laufveranstaltungen der Region verzeichnet sind? Es gab keinen – zumindest nicht fürs Bergische Land. Mühselig musste man sich alles selbst zusammensuchen. Und dann kam die Idee: Wenn ich das schon für mich selbst zusammensuchen muss, warum schreibe ich das nicht einfach für alle auf, mache einen Kalender draus und verteile den unter Läufer*innen und in Sportläden? Ihr ahnt es schon: Manche Dinge werden einfach, wenn man sie einfach umsetzt. Starthilfe für alle? Einfach Machen.

Diese Projekte stellen eine Auswahl dar, die natürlich nicht vollständig ist. Sie sollen euch einen Eindruck von mir geben. Wie ich die Dinge angehe, die notwendig sind. “Jemand müsste mal“ ist bei mir oft der Startpunkt, der mich zu diesem “Jemand” macht und ich es auch tatsächlich versuche.

Neben den beschriebenen Projekten war ich z.B. Vorstandsmitglied der IG Luisenstraße, Vizepräsident der Deutschen Ultramarathonvereinigung und habe während der Pandemie tägliche Videokonferenzen für Jedermann veranstaltet. Jedes Jahr zu Heilig Abend steht meine Tür für alle offen, ich organisiere und verwalte digitale Branchengruppen (Sport/Medien/Geografie) und ich schreibe gerne Anleitungen.

Macht euch ein Bild von mir. Kommt mit mir in Kontakt. Lasst mich euch kennenlernen. Denn ich bin davon überzeugt, auch euch überzeugen zu können.

Wuppertal besser und lebenswerter für alle gestalten? Einfach machen.